Zwischen der vorliegenden zweiten Auflage und ihrem Vorgänger liegen 13 Jahre, in denen sich allgemein in der Astronomie viel getan hat und die auch für ihre Hamburger Vertreter interessant waren. Die Neuauflage behandelt die Jahre seit 1968 deutlich umfangreicher und ist durch die intensive Überarbeitung ein vollkommen neues Buch geworden, das sich sicher auch für Besitzer der ersten Auflage lohnt.
Die Geschichte der Astronomie in Hamburg ist im wesentlichen eine Geschichte der Astronomen, ihrer Observatorien und ihrer Organisationen. Dabei stellt dieses Buch die handelnden Personen und die gesellschaftlichen Entwicklungen, von denen die Astronomie in Hamburg über die letzten Jahrhunderte abhing, in den Vordergrund. Das Buch behandelt den Zeitraum von ca. 1530, als die Kometen das wichtigste Beobachtungsobjekt waren, bis heute, wo nur noch wenig beobachtende Astronomie in Hamburg möglich ist.
Sorgfältig werden die Entwicklungen der Hamburger Sternwarten geschildert. Dabei ist das Buch ganz deutlich nach Sternwarten und verwandten astronomischen Institutionen gegliedert und erzählt im ersten Teil deren Geschichte jeweils vollständig chronologisch, bevor zur nächsten Institution übergeleitet wird. Sie können die Entwicklung der Sternwarten in Altona, am Baumwall und am Millerntor verfolgen, ebenso wie die der Seewarte und der Repsoldschen Werkstätten. Bereits recht früh im Buch taucht, wenn auch nur kurz, das heute noch existierende Planetarium auf. Erst danach springt der Autor in der Zeit zurück und widmet sich ausführlich der bekanntesten Hamburger Sternwarte, derjenigen in Bergedorf. Hier konzentriert sich das astronomische Geschehen und folglich nimmt gerade diese Institution mit ihren Instrumenten, ihren großen Sonnenfinsternisexpeditionen und ihren Astronomen einen entsprechend breiten Raum ein. Ihre Geschichte wird dann aber auch bis in das Jahr 2010 verfolgt. Sie bekommen auf diesem Wege eine wunderbare "Erzählung" der Wandlung einer Sternwarte von einem Meß- und Beobachtungsplatz zu einem wissenschaftlichen Institut heutiger Ausrichtung. Eine reizvolle Ergänzung für Amateurastronomen ist das neu aufgenommene Kapitel zur Geschichte der Amateurastronomie in Hamburg.
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